Neurospirituell – ist das Trend oder kann das weg?
Ich habe als kleines Kind hin und wieder im Bett gelegen und mir vorgestellt, wie es wohl hinter dem Ende des Weltalls aussehen würde. In Ermangelung an Wissen stellte ich mir einen abgrenzenden Zaun vor. Was aber sollte sich dahinter befinden, wenn sich alles andere schon davor befand?
Manchmal stellte ich mir dann vor, dass ich gestorben sei und im Sarg läge, und zwar für immer (Das Konzept der Wiedergeburt kannte ich noch nicht), bis mir auffiel, dass ich das ja gar nicht mitbekäme, da ich ja tot wäre. Beides brachte mich natürlich an die Grenzen des Denkbaren und mein Geist verknotete sich. Trotzdem fragte ich mich immer wieder, wie das mit der Unendlichkeit und dem Leben ganz allgemein so sei.
Erst viel später bekam ich ein Buch über Bachblüten in die Hand, was eine Kaskade an Veränderung auslöste, vor allem bezüglich meiner Sicht auf und über die Welt. Ich verschlang reihenweise Bücher über Esoterik und Spiritualität und viele (längst nicht alle) beantworteten mir Fragen, die ich so nicht einmal hätte stellen können. Mit der Antwort aber wurde mir klar, wie sehr und wie lange mich die zugehörige Frage schon beschäftigt hatte.
Bis heute scheinen mir, wie vielen anderen neurosensitiven Menschen, manch spirituelle Grundsätze plausibler, als kleinteilige wissenschaftliche Erkenntnisse. Dazu gehört,
- dass es natürlich eine Ordnung gibt, die weit über uns ist und die Geschicke des Kosmos unter sich hat. Mir hat sich allerdings nie erschlossen, warum ein Gott die gleichen Eigenschaften wie ein Mensch haben sollte und beispielsweise zwischen gut und böse unterscheidet. Ich bin da eher bei einer „physikalischen Größe“, bei Gesetzen, die gelten und für alle gleich sind, frei von Vorurteilen.
- dass alles miteinander verbunden ist. Die Kahuna glauben, dass ein sogenannter Aka-Faden uns mit anderen Menschen und auch Objekten verbindet, sobald wir ihnen begegnet sind. Über diese Schnur werden Informationen gesendet, die uns in Echtzeit erreichen, unabhängig von Raum und Zeit.
- dass wir eine Verbindung zu dem oben genannten „Göttlichen“ haben, wobei ich damit ein Wissen von und über die Welt meine, das unser gelerntes Wissen überschreitet. In spirituellen Kreisen geht man von der Existenz einer Akasha-Chronik aus, in der sich alles Wissen dieser Welt befindet.
- dass ich überzeugt bin, dass wir verschiedene Instanzen in unserem Geist haben, die verschiedene Aufgaben übernehmen. Ich greife noch einmal auf die HUNA-Lehre zurück, die von einem Unteren, mittleren und oberen Selbst ausgeht. Alle drei Selbste haben ihre eigenen Fähigkeiten. So kann das untere Selbst mit anderen Menschen kommunizieren und weiß recht genau, wie diese denken und fühlen. Zudem hat es ein großes Bedürfnis nach Geborgenheit und Zugehörigkeit und große Ängste, wenn es das Gefühl hat, nicht beachtet zu werden. Im Grunde verhält es sich, wie ein Säugling, was sowohl die Angst vor Unterversorgung angeht, als auch die Fähigkeit, seine Informationen noch ungefiltert aus dem Kosmos zu bekommen.
Das obere oder höhere Selbst, hat Verbindung zu den Informationen, die im „Orbit „Weltgedächtnis“ zu finden sind und hat Einblicke über Geschehnisse und deren Auswirkung, die anderen Menschen verborgen bleiben.
Das mittlere Selbst handelt wiederum mit dem, was da draußen stattfindet und muss all die Informationen und Bedürfnisse bündeln und umsetzen.
Wenn ich in die Sterne schaue, dann kann ich nicht anders, als festzustellen, dass wir in einem recht engen Rahmen dreidimensionaler Wahrnehmung gefangen sind und nicht die geringste Vorstellung von dem haben, was (noch)um uns herum vorgeht. Das Problem ist, dass die meisten Menschen das eben nicht so sehen, sondern oft schon von dem überfordert sind, was sie sehen, hören, riechen, schmecken oder fühlen. Neurodiverse sind wiederum oft unterfordert von dem, was sie wahrnehmen.
Deshalb sind sie eben oft auch sie „spinnerten“, die immer wieder neue Ideen entwickeln und in neue Gefilde vorstoßen. Dabei müssen sie sich gefallen lassen, als Spinner bezeichnet zu werden. Wenn man sich aber Serien aus den sechziger oder siebziger Jahren anschaut, die sich mit der Zukunft beschäftigt haben, wird man feststellen, dass vieles von dem heute in unserem Alltag angekommen ist – vom Handy zum Communicator, der jede Sprache 1:1 übersetzt. Nun kann man natürlich darüber diskutieren, ob das alles nicht sowieso folgerichtig gewesen war. Mag sein, trotzdem bleibt festzustellen, dass die Ideen dazu ganz offensichtlich aus der Zukunft kamen.
Als Fazit lässt sich für mich sagen, dass Neurosensitivtät und Spiritualität zusammengehören. Für mich gelten trotzdem wissenschaftliche Erkenntnisse. Die Welt ist eine Kugel und die Schwerkraft existiert für alles Materielle. Was aber könnte hinter alledem stecken? Wie könnte das große Ganze aussehen? Diese Fragen und auch die nach einem Gott, sind für die Wissenschaft tabu, denn sie können mit deren (dreidimensional angelegten) Mitteln nicht erforscht werden. Hier kommen die Freigeister ins Spiel. Und wir brauchen diese Menschen, die das Unmögliche glauben, um es damit in den Geistern zu verankern, die wiederum die Gabe haben, sich damit zu beschäftigen.
Neurosensitive Menschen sind für das Vorankommen dieser Spezies genauso unerlässlich, wie es alle anderen Menschen sind. Wenn wir ihre Weitsicht und ihr „verschwurbeltes“ Weltbild nicht mehr haben, fehlt uns ein wichtiger Teil der Zukunft.




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