Der andere Weg

Dieser Text entstand 2016. Er zeigt ganz gut meine Einstellung zu den Dingen außerhalb dessen, was allgemein geglaubt und gedacht wird.

Der Status quo

Wenn wir in der Geschichte der Menschheit zurückschauen, so können wir feststellen, dass sich nicht wirklich etwas geändert hat. Ich meine damit nicht die Änderungen im sichtbaren, materiellen Bereich. Hier gibt es sicherlich eine ganze Menge an „Errungenschaften“. Wir haben es geschafft, in riesigen Häusern zu leben, wir sind mit der ganzen Welt via Internet vernetzt, wir müssen die Tiere, die wir essen, nicht mehr selbst erlegen und wir können alles lernen, was wir möchten.

Doch Vorsicht: Zum einen gelten diese Errungenschaften nur für einen ganz bestimmten Teil dieser Erdbevölkerung:

Heruntergerechnet auf ein „planetares Dorf“ mit 100 Bewohnern, gäbe es 21 Europäer, 14 Amerikaner, 57 Asiaten und 8 Schwarzafrikaner. Es gäbe 30 Menschen weißer Hautfarbe und christlichen Glaubens, 52 Frauen und 11 Homosexuelle. Sechs Menschen vereinten 60 % des Gesamtbesitzes auf sich und kämen aus den USA. 30 wären Analphabeten, 50 hätten keine annehmbare Wohnung und ebenso 50 wären unterernährt – der Rest wäre nahezu fehlernährt. Ein einziger Mensch hätte einen Computer und wiederum einer wäre Akademiker. Punkt!

Zum anderen mögen wir uns in unseren hohen Häusern verstecken, darin leben tun die wenigsten. Wir hegen zwar regen Kontakt mit unserer Außenwelt via Internet und können heiße Chats mit Menschen in Übersee veranstalten. Den Tod unseres Nachbars erfahren wir allerdings erst, wenn er zu stinken beginnt. Wir mögen essen können, was wir wollen, doch leider handelt es sich bei vielen Nahrungsmitteln um dickmachende Füllstoffe.

Immer Menschen scheinen diese Umstände zu bemerken, nicht zuletzt, weil sie mit ihrem eigenen Leben unzufrieden sind, weil alles nicht so läuft, wie sie es in Ihrem Inneren spüren.

Die meisten Menschen aber, so scheint es, verdrängen dieses Gefühl, vielleicht, weil sie keine Ahnung haben, wie sie dagegen angehen können. Das hat zur Auswirkung, dass sie stattdessen etwas anderes tun müssen. Denn wenn etwas verdrängt ist, ist es nicht verschwunden, sondern es wirkt eben ohne unser bewusstes Zutun weiter.

Die einen verfallen in das gewünschte Muster des Konsums materieller Güter. Die anderen statuieren moralische Vorstellungen, denen sie oft selbst nicht gerecht werden können, die sie aber anderen zum Vorwurf machen, sollten die sie nicht einhalten. In beiden Fällen entfernen wir uns maximal von dem, was beachtenswert wäre, nämlich unser Innerstes, uns selbst. Statt uns selbst zu verstehen, kaufen wir Produkte von Unternehmen, die vorgeben, uns zu verstehen, oder wir verlangen von anderen, sich uns zu unterwerfen und unserer Meinung zu sein. Beides ist eine Abkürzung zu unserem eigenen Verstehen, die nur einen Nachteil hat: Sie führt nicht zum eigentlichen Ziel.

Die positive und die negative Nachricht zugleich lautet: Der einzige, der diese Umstände ändern kann, bist du selbst und du kannst die Umstände nur an einem Ort und zu einer Zeit ändern: hier und jetzt!

Einzig, Sie müssen beginnen, bewusst wahrzunehmen, was um Sie herum und somit auch mit und in Ihnen selbst geschieht. Nur wer bewusst ist und die Dinge so sieht, wie sie auch wirklich sind, hat auch wirklich eine Wahl. Ansonsten sind Sie Opfer der Umstände – und merken es nicht einmal.

Die Metapher der ENERGIE soll in diesem Buch helfen, die Funktionsweise des Lebens und vor allem die eigene Funktionsweise zu verstehen.

Am Ende steht die Erkenntnis, dass es kein „Richtig“ und kein „Falsch“, kein „Gut“ und kein „Böse“ gibt.

Über diesen Text

Dieses Buch richtet sich an Dich – einen Menschen, der sich für das Leben interessiert. Es möchte Dir eine andere Sicht auf das Leben eröffnen, eine Sicht, die über das hinausgeht, was die Wissenschaft – die unsere Gesellschaft seit Jahrhunderten prägt – zu bieten vermag.

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse haben uns weit gebracht und werden das sicher auch weiterhin tun. Doch sie beleuchten nur einen Teil des Daseins: den sichtbaren, messbaren, erklärbaren Teil. Sie untersuchen Ursache und Wirkung, analysieren und ordnen. Der unsichtbare Teil – das, was nicht messbar oder beweisbar ist – wird dabei oft als irrational, unwissenschaftlich oder sogar als Unsinn abgetan. Und genau dort stößt die Wissenschaft an ihre Grenzen.

Immer mehr Menschen – vielleicht auch Du – spüren diese Begrenztheit. Nimm zum Beispiel die Medizin: Sie hat vieles möglich gemacht, wir leben länger. Aber leben wir dadurch auch wirklich gesünder? Wahre Gesundheit umfasst mehr als körperliche Unversehrtheit. Und auch in der Psychologie finden sich viele Antworten – aber eben nicht alle. Begriffe wie „Seele“ scheinen dort kaum noch eine Rolle zu spielen.

Dieses Buch möchte Dir Impulse geben, Deine eigenen Antworten zu finden. Ich nutze dafür die Metapher der Energie – eine Art Landkarte. Doch wie jede Karte ist sie nur ein Modell, nicht die Landschaft selbst. Um wirklich zu begreifen, wie die Landschaft aussieht, musst Du sie betreten, erfahren, durchleben.

Viele, die sich auf den Weg der Bewusstheit machen, bleiben beim Kartenlesen stehen – sie lesen Bücher, besuchen Seminare. Doch der entscheidende Schritt ist das tatsächliche Erleben. Du kannst eine Landschaft auch ohne Karte erkunden – vielleicht ist es dann herausfordernder, aber niemals unmöglich. So kannst Du auch das Leben verstehen und lieben lernen, indem Du es einfach lebst. Nur lesen, ohne zu erleben – das funktioniert nicht.

Was ich Dir in diesem Buch mitgebe, ist nicht neu. Es steht bereits in vielen anderen Büchern geschrieben – vielleicht sogar in Bildern an uralten Höhlenwänden. Die Wahrheit hat viele Gesichter und ist doch in ihrer Essenz einfach.

Wie Du das, was Du liest, verstehst, hängt ganz davon ab, wo Du in Deinem Bewusstsein gerade stehst. Jeder Mensch trägt sein eigenes Bild von der Welt in sich. Deshalb ist auch keine Art, dieses Buch zu verstehen, richtig oder falsch – sie ist einfach. Deine Sichtweise ist einzigartig. Die Realität, von der Du glaubst, dass sie existiert, gibt es so nicht. Es gibt unzählige Ausschnitte und Interpretationen – so viele, wie es Menschen auf dieser Erde und Wesen in diesem Universum gibt.

Deshalb: Verurteile niemanden für sein Andersdenken. Versuche stattdessen zu verstehen – und erweitere dadurch Dein eigenes Bewusstsein. Das ist wahre Bewusstwerdung.

Dieses Buch will Dir keine absolute Wahrheit vermitteln. Es spiegelt lediglich meinen Bewusstseinszustand zum Zeitpunkt des Schreibens wider – meine Welt. Vielleicht gibt es Impulse für Dein Leben. Vielleicht auch nicht. Beides ist in Ordnung.

Zugleich möchte ich Dir mit diesem Buch die Grundlage für meine Seminare, Workshops und Coachings an die Hand geben. Ich bin überzeugt, dass der bisherige Weg – ob in Coaching, Kommunikation oder Konfliktmanagement – nicht mehr zeitgemäß ist. Es braucht eine neue Grundlage, die nicht nur auf Psychologie oder Wissenschaft basiert, sondern auch spirituelle Themen wieder bewusst einbezieht.

Das ständige Wiederholen wissenschaftlicher Theorien stellt für mich oft das Ego in den Mittelpunkt – und verdrängt den eigentlichen Schöpfer, der in unserem Leben zunehmend fehlt.

Ich möchte Dir deshalb einen anderen Weg zeigen. Einen, der im Beruf ebenso wichtig ist wie in Beziehungen – zu anderen Menschen und zu Dir selbst.

Ich lade Dich ein, diesen Weg gemeinsam mit mir zu gehen. Lies dieses Buch, lass Dich inspirieren, zieh Deine eigenen Schlüsse – und dann tu das, was heute vielleicht wichtiger ist als je zuvor:

Geh einen anderen Weg.

Vom Sichtbaren zum Unsichtbaren

Du bist umgeben von Sichtbarem und Unsichtbarem. Dabei wird das Unsichtbare oft als unwirklich, unwirksam, magisch oder sogar als nicht existent abgetan. In diesem Buch geht es vor allem um das Unsichtbare – denn hier laufen die Fäden zusammen, die Dein Leben formen.

Der sichtbare Teil ist vergleichbar mit einer Tankuhr, die Dir den (unsichtbaren) Treibstoffstand im Tank anzeigt und Dir ein Signal gibt, wenn es Zeit ist zu handeln. Niemand käme auf die Idee, ein Auto ohne Tankuhr zu bauen, nur weil sie auch den leeren Zustand eines Tanks sichtbar macht.

Ebenso würde niemand die Tankuhr herausreißen, in der Hoffnung, der Tank würde dadurch nicht leer. Jeder weiß: Die Uhr zeigt etwas Unsichtbares an – das Benzin, das im hinteren Teil des Autos verborgen liegt.

Dieses Prinzip gilt für das gesamte Universum. Die Materie ist der sichtbare Bereich des Lebens. Hier zeigt sich das, was Du zuvor im Unsichtbaren – in Deinem Geist – erschaffen hast. Kein Haus kann gebaut werden, bevor es nicht als Idee in einem Kopf entstanden ist. Kein Wort dieses Buches hätte ich schreiben können, ohne dass es zuvor durch meinen Geist gegangen wäre. Das Sichtbare entsteht also immer aus dem Unsichtbaren – und macht dieses durch die Materie sichtbar.

Manche Dinge entstehen so unsichtbar in Deinem Inneren, dass Du sie selbst kaum bemerkst. Verborgene Wünsche, Glaubenssätze und Einstellungen haben sich im Laufe Deines Lebens in Dir eingenistet – oft ohne Dein Wissen. Dann geschieht es, dass Du eines Tages von Dir selbst überrascht bist: weil Du aus Wut oder Freude Dinge sagst oder tust, die Du Dir nie zugetraut hättest. Wenn es sich um verborgene Talente handelt, freut Dich das vielleicht. Doch die unangenehmen Seiten können Dich erschrecken.

Wenn Du verstehst, wie Energie wirkt und wie sie funktioniert, kannst Du mit der Zeit diese verborgenen Anteile in Dir erkennen – bevor sie, wie so oft, krank machen. Und das nicht nur körperlich, sondern auch seelisch.

Energie

Energie beruht auf nur wenigen Grundsätzen. Doch diese Grundsätze können Dein Leben grundlegend verändern – denn sie unterscheiden sich in vielem von dem, was Du bisher über die Regeln des Lebens gelernt hast.

Wie bereits gesagt: Belass es nicht beim theoretischen Verstehen – also beim bloßen Glauben an diese Prinzipien –, sondern erlebe sie in Deinem eigenen Leben. So wird aus Glauben Wissen. Der beste Beweis für die Richtigkeit dieser Grundsätze ist immer das Leben selbst.

„Die Wirklichkeit wirkt!“

Energie ist Schwingung

Wenn Du Dir einen Holztisch anschaust, scheint er aus fester Materie zu bestehen – aus Atomen, wie man früher die kleinsten Einheiten eines Stoffes nannte. Heute weiß man, dass Materie sich noch viel weiter herunterbrechen lässt.

Bleiben wir bei den Atomen. Der „feste“ Teil eines Atoms ist der Kern – und er ist im Verhältnis zum Rest des Atoms winzig. Der Vergleich eines Stecknadelkopfs zur Größe der Erde trifft es ganz gut.

Zwischen diesem kleinen Atomkern und der Atomhülle schwirren nicht-materielle Teilchen: Elektronen, Neutronen, Protonen. Diese Teilchen bestehen aus Schwingung – und machen aus Bewegung feste Materie, wie Holz oder Stahl. Faszinierend ist dabei: Jedes Element auf der Erde – ob Wasserstoffgas oder Eisen – besteht aus denselben Teilchen, nur in unterschiedlicher Zusammensetzung.

Es ist also die Schwingung, die aus einem Gas ein Stück Metall macht. Es ist nur ein Proton, Neutron oder Elektron mehr oder weniger, das den Unterschied ausmacht.

Wenn sich nun Atome verschiedener Stoffe verbinden und Moleküle bilden, entsteht wieder etwas völlig Neues – zum Beispiel ein Mensch. Denn auch Du bestehst, wie alles im Universum, aus dieser gleichen Schwingung.

Deine Gedanken haben vielleicht nicht die Dichte wie ein Atom – und doch bestehen sie aus derselben Art von Energie. (Und man möchte sich kaum vorstellen, was passieren würde, wenn sich Gedanken sofort materialisieren würden.)

Es ist die Trägheit der Materie, die eine sofortige Umsetzung Deiner Gedanken verhindert. Doch das bedeutet nicht, dass sie nicht real werden – nur, dass es eine gewisse Zeit dauert, bis sie sich zeigen.

Wenn Dich die Vorstellung erschreckt, dass sich all Deine Gedanken irgendwann in der Realität zeigen, ist das verständlich. Doch es ändert nichts an der Tatsache: Es ist so.

Energie ist Bewusstsein

Oder anders gesagt: Wo Dein Bewusstsein ist, da ist auch Deine Energie.

Das merkst Du ganz deutlich, wenn Du konzentriert bei einer Sache bist und alles um Dich herum vergisst. In diesem Zustand, den man „Flow“ nennt, fließt die Energie frei durch Dich hindurch. Du bist ganz im Hier und Jetzt. Es gibt keine Zukunft und keine Vergangenheit. Die Zeit spielt keine Rolle – Du erinnerst Dich in solchen Momenten daran, dass Zeit nur ein menschliches Konzept ist.

Das Gegenteil kennst Du wahrscheinlich gut: Wenn Du eine Aufgabe erledigen musst, die Dich langweilt oder nervt, und Du ständig auf die Uhr schaust. Dann vergeht die Zeit kaum. Du bist mit Deinen Gedanken überall – nur nicht im Moment. Du bist gefangen in der Zeitfalle. Und das spürst Du: in Form von Unzufriedenheit, Wut oder Frust.

Mit Deinem Bewusstsein kannst Du jederzeit über Deine Energie verfügen. Du allein entscheidest, wohin sie fließt: ins Jetzt – oder in die Vergangenheit oder Zukunft. In Richtung Krankheit oder Gesundheit. In das Positive – oder in das Negative.

Panta Rhei – Alles fließt

Energie ist immer in Bewegung. Das ist ihre Natur. Es liegt an Dir, ob Du diesen Fluss zulässt – oder blockierst.

Auch in der äußeren Welt setzen wir oft Blockaden – zum Beispiel in Form von Staudämmen. Wir wollen Energie speichern, ihr vertrauen wir oft nicht. Doch der Preis dafür ist hoch: zerstörte Landschaften, verschobene Ökosysteme. Und dennoch sind unsere Energieprobleme damit nicht gelöst.

In Deinem eigenen Leben ist es genauso. Du staut Energie an, wenn Du Wut, Angst oder Wünsche unterdrückst – oft aus Angst, gesellschaftlichen Erwartungen nicht zu genügen. Oder einfach, weil Du es so gelernt hast.

Bei manchen Menschen brechen diese inneren Dämme irgendwann auf – das kann zur Befreiung führen, aber auch zur Explosion.

Bei anderen staut sich die Energie über Jahre – und es kommt zu Krankheit, seelischem Leid oder einschneidenden Schicksalsschlägen, die zum Umdenken zwingen. Und wenn dieses Umdenken ausbleibt, folgt der Tod – im körperlichen oder im seelischen Sinn.

Die chinesische Medizin kennt Energiebahnen im Körper – Meridiane –, die für die Aufrechterhaltung von Gesundheit verantwortlich sind. Sind diese blockiert, treten körperliche Symptome auf. Doch es reicht nicht, nur den Körper zu behandeln – auch die geistige Ursache muss erkannt und gelöst werden.

Denn wie gesagt: Alles entsteht zuerst im Geist. Wenn der nicht weiterkommt, folgt die nächste Ebene – die Materie. Auch hier ist der Tod die letzte Station – in welcher Form auch immer.

Die Erde selbst hat solche Energiebahnen. Frühe Kulturen wussten das – und bauten ihre Tempel auf jenen Orten, an denen besonders starke Energien flossen. Sie wussten auch, welche Orte negative Energien trugen – und mieden sie.

Später wurden Kirchen oft auf denselben Plätzen errichtet – nicht immer mit dem Wissen, welche Kräfte dort wirken.

Auch Bäume zeigen Dir, wie sie auf Energie reagieren: Ihr Wachstum verändert sich – sie weichen aus, wenn sie auf „ungünstigen“ Linien stehen.

Wenn Energie stockt

Du kannst in Deinem Alltag ganz leicht erkennen, wann Energie nicht mehr fließt. Immer dann, wenn Du zu sehr an etwas festhältst, obwohl Dein Inneres längst „Nein“ sagt. Wenn Du nicht loslässt – aus Angst vor den Folgen. Aus Angst vor der Kündigung, obwohl der Job Dich leer macht. Aus Angst vor Trennung, obwohl die Beziehung keine Liebe mehr trägt.

Energie will fließen. Wenn sie das nicht darf, verdichtet sie sich. Irgendwann zeigt sie sich im Außen – in Form von Konflikten, Krisen oder Krankheiten. So wie ein Staudamm unter zu hohem Druck bricht.

Das Gute daran: In der materiellen Welt kannst Du die Folgen sehen – und endlich hinschauen. Dort, wo es am meisten wehtut, liegt oft der größte Schlüssel zur Befreiung.

Polarität

Du redest von positiver und negativer Energie. Dabei meinst du meistens gute und schlechte Energie.
Energie aber ist weder gut noch schlecht. Niemand käme auf die Idee, den Minuspol vom elektrischen Strom zu entfernen, nur weil es schmerzt, wenn man ihn anfasst. Er ist einfach notwendig. Energie hat immer zwei Seiten – genauso wie du zwei Seiten hast. Die eine Seite kann ohne die andere nicht existieren.

Wenn die Sonne stark scheint, wird auch der Schatten stark. Scheint sie schwach, ist auch der Schatten schwach. Nimmst du sie weg, verschwindet der Schatten ebenfalls.

So ist es mit allem im Leben – und damit erkennst du eines der wichtigsten Gesetze der Energie: die Untrennbarkeit dieser beiden Pole.

Trennung ist eine Eigenschaft, die tief in dir verwurzelt ist. Weil die Dinge scheinbar immer nacheinander passieren – also in einem zeitlichen Ablauf zueinander stehen – fällt es dir schwer zu begreifen, dass es kein Gut und kein Böse gibt. Alles, was gut ist, ist auch böse – und umgekehrt. Die zwei Pole sind unzertrennlich miteinander verbunden, und du kannst das eine nicht ohne das andere wahrnehmen.

Niemand verlangt von dir, den Tod schön zu finden. Es genügt, zu verstehen, dass er eine der zwei Seiten des Lebens repräsentiert. Trauer und Wut darüber mag das nicht lindern. Es ändert nichts daran, dass der Krieg zum Frieden gehört wie der Tag zur Nacht. Solange du das nicht akzeptierst und respektierst, wird es im sichtbaren Bereich immer wieder Krieg und Gewalt geben. Wenn du anfängst, das Negative zu akzeptieren und als zum Leben zugehörig zu empfinden, wirst du es bewusst ausleben können – ohne jemandem dabei zu schaden. Krieg entsteht immer aus Unbewusstheit und Ego.

Analogie

Energie ist Schwingung. Es geht bei Energie nicht um ihre Erscheinung – ihre Form – in der materiellen Welt, sondern um das, was die Materie dabei ausstrahlt. Rot ist eine Farbe, und Grün ist auch eine Farbe. Und doch schwingen beide Farben auf völlig unterschiedlichen Frequenzen.

Analogie bedeutet, dass in diesem Universum alles nach den gleichen Prinzipien funktioniert. Was deine Blutbahnen in deinem Körper sind, das sind die Flüsse für die Erde. Und vielleicht sieht es in einem Atom ähnlich aus wie im Weltall: kreisende Teilchen, die einen ganz bestimmten Stoff allein dadurch zum Leben erwecken, dass sie auf eine bestimmte Art und Weise schwingen. Du musst nicht alles aufschneiden und analysieren – denn die Welt funktioniert überall gleich. Ob im Atom oder im Universum.

Die Beobachtung der Dinge, die groß genug sind, dass du sie sehen kannst, genügt vollkommen, um herauszufinden, wie die Dinge funktionieren, die für dein Auge zu klein sind.

Wenn du deine Blutbahn verstopfst, weil du sie überforderst, hat das denselben Effekt wie bei einem Fluss, den man begradigt und zum Wegschwemmen von Giften benutzt. Du musst nicht Arteriosklerose erforschen – es genügt, die Erde zu beobachten. Ähnlich ist es mit anderen Krankheiten, zum Beispiel Krebs. „Expandieren, bis der Planet untergeht“ – das kennst du bereits aus der Wirtschaft. Genau das tut auch der Krebs – um es einmal ganz einfach zu sagen.

Hermes Trismegistos, Priester und Eingeweihter im alten Ägypten, erkannte die esoterischen Gesetze und meißelte sie auf eine smaragdfarbene Steintafel – die „Tabula Smaragdina“. Eines dieser Gesetze lautete:

„Dasjenige, welches Unten ist, ist gleich demjenigen, welches Oben ist. Und dasjenige, welches Oben ist, ist gleich demjenigen, welches Unten ist,
um zu vollbringen die Wunderwerke eines einzigen Dinges.“

Was sich vielleicht zuerst rätselhaft liest, bedeutet sehr vereinfacht: Alles in diesem Kosmos funktioniert auf gleiche Art und Weise. Die Bewegungen der Planeten folgen denselben Gesetzen wie die auf der Erde. Du kannst vom Kleinsten auf das Größte schließen.

Das bedeutet auch: Alles, was du in dieser Welt siehst, ist auch in deinem Inneren vorhanden. Du bist der Erschaffer deiner Welt – sonst niemand. Du bist aber nicht dein eigener Ursprung. Dieser Bereich gehört einer höheren Instanz. Manche nennen sie Gott, andere einfach „Evolution“. Was oder wer wirklich dahintersteckt, weiß niemand sicher. Und so besagt der Vers aus der „Tabula Smaragdina“ letztlich auch: Gottes Wille geschehe – wie im Himmel, so auf Erden.

Du findest in allen Bereichen einen analogen Vertreter einer bestimmten Energiequalität:
Was im Reich der Steine der Rosenquarz ist, ist im Reich des Menschen das Herz, und im Reich der Farben das Rosa. Ebenso findest du im Tierreich, bei Gefühlen oder Krankheitssymptomen jeweils einen entsprechenden Ausdruck dieser Energie.

Resonanz

Deine Gedanken sind Schwingung – sie bilden eine Aura um dich herum, die auf einer bestimmten Frequenz schwingt. In dein Leben können nur die Dinge treten, die auf derselben Frequenz schwingen. Vieles davon liegt in deinem Unterbewusstsein.

Reich zu denken bedeutet nicht, reich zu fühlen – und bedeutet auch nicht, Reichtum anzuziehen. Energie wirkt viel subtiler.

Ein Unfall oder ein anderes unangenehmes Ereignis geschieht nicht „einfach so“ – es geschieht, weil du es mit deiner Schwingung angezogen hast. Die Materie – also der sichtbare Bereich – ist dabei nur wieder der Überbringer einer Information, deren Ursprung im Unsichtbaren liegt.

Vielleicht ist dein Leben im Moment ein einziger Unfall. Die äußeren Ereignisse müssen dabei inhaltlich nicht mit deiner Situation übereinstimmen – es geht vielmehr um die Form.

Ein Unfall hat viele Gesichter. In deinem privaten Leben ist es vielleicht eine streitbeladene Beziehung, im Körper ein Sturz. Energie achtet nicht auf Inhalte. Das Leben spricht in Symbolen – und es nutzt die materielle Welt, um dir einen Spiegel vorzuhalten.

Genau das geschieht aufgrund des Gesetzes der Resonanz. Alles in deinem Leben zeigt dir deinen inneren Zustand – und alles, was geschieht, hast du initiiert.

Vereinfacht heißt das: AKTION = REAKTION. Alles, was du denkst und tust, wird von deiner Umwelt gespiegelt. Energetisch gesehen ist jede Reaktion identisch mit deiner Aktion.

Das bedeutet: Es liegt allein an dir, welche Reaktionen du erlebst. Und es gibt niemanden mehr, dem du die Schuld für dein Leben geben kannst.

Die Psychologie der Resonanz

Resonanz ist kein Zauber. Du kennst vielleicht die Situation, dass du etwas suchst – zum Beispiel ein Auto der Marke XYZ. Plötzlich siehst du überall Autos dieser Marke.

Die Erklärung ist einfach: Dein Geist ist auf XYZ eingestellt – also nimmst du sie plötzlich überall wahr. Nicht, weil sie mehr geworden wären, sondern weil du deinen Fokus verändert hast.

Das zeigt dir: Die Dinge geraten in deinen Fokus, auf die du deine Aufmerksamkeit richtest. Überlege also gut, was du dir täglich anschaust – ob du dich mit konstruktiven Inhalten verbindest oder dich mit negativen Informationen wie schlechten Nachrichten fütterst. Du entscheidest, was du in dein Leben ziehst.

Chaos

Wenn du an Chaos denkst, hast du wahrscheinlich Begriffe wie Verwirrung, Durcheinander oder Kontrollverlust im Kopf. Aus deiner logischen Sicht mag das zutreffen. Tatsächlich aber ist Chaos die natürliche Ordnung – und es birgt unendliche Kreativität in sich.

Chaos beschreibt die Tatsache, dass alles mit allem verbunden ist und in Resonanz steht. Deshalb gibt es in Wahrheit keine zufälligen Ereignisse – nur Erscheinungen, deren Ursache du (noch) nicht verstehst. Würde es wirklich ein einziges zufälliges oder unberechenbares Ereignis geben, wäre das das Ende unseres Universums.

Stell dir eine Gruppe von 150 Menschen vor, die gemeinsam an einem Projekt arbeiten – zum Beispiel in einem Unternehmen. Eine solche Gemeinschaft scheint Regeln zu brauchen. Ohne Regeln hätte jeder den größtmöglichen Freiheitsgrad – also die Möglichkeit, völlig frei zu handeln. Das klingt nach Chaos – und das ist es auch. In einem Orchester würde das Ergebnis wahrscheinlich schief klingen. Also einigt man sich auf Regeln. Je mehr Regeln es gibt, desto kleiner wird der Freiheitsgrad – und damit auch das Chaos. Und: desto geringer ist auch die Kreativität.

Bleiben wir beim größtmöglichen Freiheitsgrad. Eine Zeit lang funktioniert so ein freies System. Doch irgendwann kommt der Wendepunkt: Rückkopplungsschleifen beginnen, eine neue Ordnung ins System zu bringen.

In deiner 150-Mann-Gruppe bedeutet das: Anfangs macht jeder, was er will. Mit der Zeit entstehen Wechselwirkungen. Einzelne Gruppenmitglieder reagieren auf das Verhalten anderer – und geben Feedback. Im negativen Fall führt das zu Stagnation, Konflikten und einem unangenehmen Miteinander. Im positiven Fall fangen die Menschen an, sich aufeinander einzuschwingen – wie Musiker, die sich auf den Takt und die Melodie der anderen einlassen.

Ein gutes Beispiel ist die Rückkopplung eines Mikrofons: Ein winziges Geräusch wird über die Lautsprecher verstärkt, erneut eingefangen, wieder verstärkt – bis alles in einem schrillen Ton explodiert.

Ein anderes Beispiel ist Wasser, das du erhitzt. Anfangs steigen die warmen Teilchen nach oben, die kalten sinken ab – das Wasser bewegt sich scheinbar chaotisch. Je heißer es wird, desto mehr eskaliert die Bewegung. Kurz vor dem Siedepunkt kommt ein Wendepunkt: Das Wasser beginnt, sich selbst zu organisieren – durch Rückkopplung. Es geht in einen neuen, geordneten Zustand über. Und es beginnt gleichmäßig zu kochen.

Soweit die Wissenschaft. Chaos folgt einfachen Naturgesetzen – und umgekehrt. Beides, Chaos und Gesetzmäßigkeit, sind Ausdruck ein- und derselben Kraft: der Energie, die das Universum in Bewegung hält.

Denk an dein Gehirn: Schon ein kleines Erlebnis kann deine Gedankenwelt auf tiefgreifende Weise verändern. Denk an Depressionen oder andere sogenannte psychische „Krankheiten“ – eine Kette negativer Rückkopplungen bringt dein Denken in einen Strudel, aus dem du kaum mehr entkommst. Deine Gedanken sind Schwingung – und sie verändern dein Umfeld. Und damit das ganze Universum.

Durch Resonanz trittst du mit unzähligen Ereignissen in Verbindung – und auch die verändern wieder alles. Deshalb sagen Chaosforscher: Der Flügelschlag eines Schmetterlings kann das Wetter auf der ganzen Welt beeinflussen. Jede noch so kleine Aktion kann eine riesige Reaktion auslösen.

Für dich heißt das: Du kannst nie die ganze Tragweite deines Denkens und Handelns überblicken. Du wirst täglich von „Zufällen“ überrascht – doch es gibt keine. Chaos kennt keinen Zufall. Es folgt Gesetzen.

Was du für Zufall hältst, ist die Reaktion auf frühere Aktionen von dir. Ereignisse „fallen dir zu“, weil du sie durch dein Denken und Fühlen eingeladen hast. Was du als Schicksal bezeichnest, ist oft nur der Spiegel deiner eigenen inneren Dynamik – und kein blinder Zufall.

Wenn ein Künstler sich seiner Inspiration hingibt und den ersten Pinselstrich macht, beginnt Energie zu fließen. Chaos setzt sich in Bewegung. Der Künstler folgt seiner Intuition – bis er in den „Flow“ gerät. Dann arbeitet nicht mehr der Verstand – sondern das Chaos. Und aus diesem kreativen Chaos entsteht das Werk.

Chaos zeigt dir auch die „Macht des Machtlosen“. Der Flügelschlag eines Schmetterlings kann Ereignisse auf der anderen Seite der Welt beeinflussen – denn jede Handlung kann sich potenzieren, durch Rückkopplung verstärken und Großes bewirken. Nicht die lauten und mächtigen Gesten bewegen die Welt – sondern jeder einzelne, der aus seiner eigenen Wahrheit heraus handelt.

Interessanterweise sind es oft die „Machtlosen“, die den „Mächtigen“ überhaupt erst Macht verleihen – indem sie das tun, was von ihnen erwartet wird. Hier ein Beispiel:

Zum hundertsten Mal stellt dein Chef seine neue Umstrukturierung vor. Niemand teilt seine Meinung – doch alle nicken zustimmend.

Oder: Der Präsident hält eine Rede. Du hörst sie – und weißt, dass sie leer ist. Aber du widersprichst nicht.

Die Chaosforschung nennt das Trendzyklen: automatische Abläufe, die nicht aus Überzeugung entstehen – sondern aus Bequemlichkeit. Die Menschen machen mit, weil sie einfach ihre Ruhe haben wollen.

Solche automatischen Zyklen gibt es nicht nur im Außen, sondern auch in dir – in Form von Gedankenmustern, die du ständig wiederholst, obwohl sie dir schaden. Solche Muster – in deinem Kopf oder in einer Gesellschaft – blockieren das Chaos. Und mit ihm: die Kreativität.

Was bleibt, ist die Erkenntnis: Auf der vermeintlich mächtigen Ebene kannst du wenig erreichen. Denn Kontrolle ist das Gegenteil von Bewegung. Und Chaos kannst du nicht kontrollieren – nur ausleben.

Doch genau darin liegt deine Macht: Du bist ein Schmetterling. Dein Einfluss ist unermesslich. Aber nicht dann, wenn du ihn kontrollieren willst – sondern dann, wenn dein Denken und Handeln echt sind. Wenn du das tust, was du im Hier und Jetzt wirklich tun musst.

Chaos lehrt dich, aus der Wahrheit des Augenblicks heraus zu leben – nicht für ein Ziel, sondern für den Moment. Aus dir heraus.

Erscheinungsformen der Energie

Nach dieser grundsätzlichen Einführung möchte ich nun auf bestimmte Aspekte deines Lebens eingehen.

Gedanken

Eines der für uns wohl unbegreiflichsten Organe ist unser Gehirn. Doch es ist und bleibt zunächst einmal ein Organ – wie Herz, Niere, Leber und Lunge auch.

Sekündlich jagt eine riesige Menge an Energie wie Wasser durch ein komplexes Leitungssystem in deinem Gehirn. Es funktioniert ähnlich wie ein Prozessor im Computer: Es nimmt Daten auf, die von deinen fünf Sinnen (sehen, hören, tasten, schmecken und riechen) wahrgenommen und weitergeleitet werden. Danach beginnt es, diese Daten zu interpretieren, mit Emotionen zu verknüpfen und zu speichern. Es beurteilt alles, was es empfängt, und erschafft dadurch eine Welt der Bewertung: gut oder böse, richtig oder falsch.

Dazu stehen deinem Gehirn schätzungsweise 100 Milliarden Zellen zur Verfügung, die über ein riesiges Netzwerk miteinander verbunden sind. Die Verarbeitung geschieht assoziativ – Gedankenketten entstehen aus Bildern und Gefühlen. Jeder Mensch verknüpft Begriffe mit unterschiedlichen Erfahrungen. So entsteht in jedem Kopf eine ganz eigene Welt.

Mit der Zeit legt dein Gehirn Routinen an – Muster, die durch Wiederholung entstehen. Das ist nützlich beim Lernen, kann aber auch Verhaltensweisen festschreiben, die du dir in der Kindheit von deinen Eltern abgeschaut hast – selbst dann, wenn sie dir gar nicht guttun.

Trotz aller Faszination ist dein Gehirn nur ein Werkzeug, nicht dein wahres Selbst. Viele Menschen verwechseln ihr Ego, ihren Verstand oder ihr Gehirn mit sich selbst. Sie identifizieren sich mit diesem Denkorgan, ohne es zu hinterfragen.

Dein Ego ist nicht dein Feind. Es ist ein Teil von dir – notwendig, um Emotionen zu empfinden, Erfahrungen zu machen, dich zu entwickeln. Es ist wie der Fahrer deines Körpers. Doch du bist mehr als dieser Fahrer. Du bist das Bewusstsein, das ihn lenken kann.

Emotionen

Emotion bedeutet: „nach außen bewegen“. Und genau das tut eine Emotion – sie zieht dich aus dem Jetzt heraus in die Vergangenheit oder in die Zukunft. Jede Emotion findet im Gehirn statt und entsteht aus der Differenz zwischen dem, was ist, und dem, was du dir wünschst oder befürchtest.

Wut, Trauer, Ärger, Hass – sie alle entstehen aus Angst: vor Verlust, vor Einsamkeit, davor, nicht geliebt zu werden. Und selbst Glück und Euphorie sind oft Ausdruck von Ego-Erlebnissen – dem Gefühl von Macht oder Kontrolle.

Diese Emotionen führen dich fort vom Sein. Sie basieren auf den Illusionen, die dein Verstand dir vorspielt. Und oft hältst du an ihnen fest – selbst, wenn sie schmerzen.

Dein Ego scheint sich besonders auf schmerzhafte Emotionen zu konzentrieren. Vielleicht, weil es so wenig echte Liebe erfährt, dass selbst Schmerz als intensives Erleben willkommen ist.

Doch Emotion ist nicht gleich Gefühl.

Gefühle entspringen deinem wahren Selbst. Sie sind leiser, aber wahrhaftiger. Manchmal widersprechen sich Gefühl und Emotion. Du spürst, dass dir etwas nicht guttut – und tust es trotzdem, weil dein Ego darin einen Vorteil sieht. In solchen Momenten handelst du gegen dein Gefühl und für deine Emotion.

Bewusstsein

Bewusstsein bedeutet, dir über etwas klar zu sein. Es ist die Fähigkeit, wahrzunehmen – nicht nur, dass etwas existiert, sondern auch, wie es dich beeinflusst.

Unbewusstheit zeigt sich oft in Routinen. Du fährst Auto und weißt am Zielort nicht mehr, wie du angekommen bist. Dein Körper hat gehandelt, doch dein Geist war woanders – in Gedanken über die Vergangenheit oder Zukunft.

Manchmal wird dir diese Unbewusstheit später klar. Doch oft bleibt sie dir verborgen. Dein Gehirn blendet Dinge aus – etwa Eigenschaften an dir, die du nicht sehen willst. Andere nehmen sie vielleicht sehr wohl wahr. Diese blinden Flecken sind deine Schatten.

Jeder Mensch hat solche Schatten. Sie sind die dunklen Gegenspieler deiner Tugenden. Solange du sie verdrängst, wirken sie im Verborgenen. Erst wenn du sie anerkennst, kannst du sie integrieren.

Dein Ego will den Schatten oft nicht sehen. Es investiert Energie in deren Verdrängung. Doch genau diese Energie bringt den Schatten wieder ans Licht. Denn Energie geht nicht verloren – sie wandelt sich nur.

Wenn du deine Schatten nicht annimmst, projizierst du sie auf andere. Plötzlich regst du dich über Verhaltensweisen bei anderen auf, die du in dir selbst nicht sehen willst. So entstehen Urteile, Konflikte – sogar Kriege.

Bewusst wirst du erst, wenn du über dein Ego hinausblickst. Wenn du erkennst, dass es nur eine Landkarte zeigt – nicht das Gelände. Wenn du lernst, deinen Gefühlen mehr zu vertrauen als deinen Emotionen. Dann bekommst du eine Wahl. Dann wirst du frei.

Die Kraft der Entscheidungen – Eigenverantwortung

Du triffst ständig Entscheidungen. Die meisten unbewusst. Besonders in deiner Kindheit hast du viele innere Entschlüsse gefasst, ohne es zu merken. Manche begleiten dich bis heute – ob sie dir guttun oder nicht.

Doch du kannst dich auch bewusst entscheiden. Und das ist ein machtvoller Akt: Denn Bewusstsein setzt Energie frei. Du gibst deinem Leben eine Richtung.

Du hast immer zwei Wege: Entweder lässt du dein Gehirn entscheiden – mit all seinen Emotionen. Oder du triffst deine Entscheidung selbst – aus deinem Gefühl heraus. Dann nutzt du dein Gehirn nur noch als Werkzeug, um Informationen zu sammeln.

Jede Entscheidung bedeutet auch, sich gegen etwas zu entscheiden. Du kannst immer nur einen Weg wählen. Und du wirst nie erfahren, was gewesen wäre, wenn du dich anders entschieden hättest. Das kann Angst machen – besonders, wenn du stark mit deinem Ego identifiziert bist. Denn das Ego will Sicherheit. Doch echte Entscheidung erfordert Vertrauen – ins Leben und in dich selbst.

Es ist nicht möglich, keine Entscheidung zu treffen. Auch Nicht-Entscheidung ist eine Entscheidung. Und die Verantwortung dafür trägst du – niemand sonst.

Viele Menschen treffen keine klaren Entscheidungen und fühlen sich ausgeliefert. Doch sobald du eine bewusste Wahl triffst und zu ihr stehst, spürst du eine neue Energie. Die Angst bleibt vielleicht, aber sie wird kleiner. Denn deine Entscheidung hat dir Klarheit gegeben – und Richtung.

Der Schlüssel liegt im Hier und Jetzt. Wenn du dich tief verbunden mit dir fühlst, wirst du erkennen, ob eine Entscheidung stimmig ist. Du wirst vertrauen können – nicht, weil du die Zukunft kennst, sondern weil du dich selbst kennst.

Resonanz – Spiegel deiner inneren Welt

Alles, was dir im Außen begegnet, steht in Resonanz zu deinem Inneren. Ob Mensch, Situation oder Gefühl – du ziehst nichts „zufällig“ an. Du sendest unentwegt Schwingungen aus, bewusst oder unbewusst, und das Leben antwortet darauf.

Diese Resonanz ist kein Belohnungs- oder Bestrafungsprinzip. Sie ist ein natürliches Gesetz – wie ein Echo, das zurückkommt, wenn du in die Berge rufst. Es spiegelt dir nicht nur, was du dir wünschst, sondern vor allem das, was in dir wirkt: deine Überzeugungen, deine Ängste, deine Sehnsüchte, deine inneren Muster.

Wenn du zum Beispiel immer wieder auf Menschen triffst, die dich nicht sehen, könnte es sein, dass du dich selbst noch nicht wirklich siehst. Wenn du oft verletzt wirst, kann es sein, dass in dir noch ein alter Schmerz darauf wartet, gesehen zu werden. Das Außen macht ihn nur sichtbar.

Du musst das nicht als Angriff verstehen. Du kannst es als Einladung sehen. Eine Einladung, dich selbst tiefer zu erkennen – mit allem, was in dir lebt.

Je mehr du beginnst, das Leben als Spiegel zu betrachten, desto weniger wirst du kämpfen. Du hörst auf, ständig im Außen etwas reparieren zu wollen. Stattdessen beginnst du zu forschen: Was hat das mit mir zu tun? Was will mir das zeigen?

Diese innere Haltung verändert alles. Denn du nimmst die Macht zurück – nicht im Sinne von Kontrolle, sondern im Sinne von Verantwortung.

Die Resonanz zeigt dir auch, wo du bereits in deiner Kraft bist. Menschen begegnen dir auf Augenhöhe, Situationen fließen, du fühlst dich verbunden mit dem, was ist. Das ist kein Zufall. Es ist das Echo deiner inneren Klarheit.

Du kannst nicht nicht in Resonanz stehen. Du bist ein energetisches Wesen, das ständig sendet und empfängt. Und das bedeutet: Du hast immer die Möglichkeit, etwas in dir zu wandeln – und damit deine Resonanz zu verändern.

Wenn du dich also fragst, warum etwas in deinem Leben so ist, wie es ist, dann frage dich: Was in mir könnte das angezogen haben? Nicht, um dich zu beschuldigen – sondern um deine eigene Kraft wiederzufinden.

Denn das Leben meint es nicht „gut“ oder „schlecht“ mit dir. Es ist einfach ehrlich.

Beziehungen

Dein ganzes Leben besteht aus Beziehungen – und du gehst tagtäglich neue ein. An erster Stelle stehen dabei oft die Beziehungen zu anderen Menschen. Am Arbeitsplatz sind es die Beziehungen zu Vorgesetzten, Kolleg:innen, Mitarbeiter:innen, Kund:innen oder Lieferant:innen. Und obwohl das nur ein kleiner Teil deiner Beziehungswelt ist, wird schnell deutlich: Bevor du überhaupt zu dem Menschen selbst vordringst, etikettierst du ihn. In den meisten Fällen gehst du mit einer Person, der du vorgesetzt bist, anders um als mit jemandem, dem du unterstellt bist.

Bevor du also überhaupt beginnst zu kommunizieren, liest du Etiketten. Und diese Etiketten sind letztlich pure Energie. Das eine Etikett lässt dich zum Befehlshaber werden, das andere zum Befehlsempfänger.

Mit dem einen Menschen gehst du anders um als mit dem anderen. Der eine macht dir vielleicht Angst, dem anderen gegenüber übst du Macht aus.

Wohlgemerkt: Macht kannst du nicht nehmen – du kannst sie nur bekommen. Und zwar von jemandem, der sich ohnmächtiger fühlt. Es liegt immer an dir, ob du jemandem Macht gibst – und ob du Macht von jemandem annimmst.

In anderen Beziehungen läuft es im Grunde genauso. Es geht in vielen Fällen um Macht – ob in familiären Beziehungen oder in sogenannten „Liebesbeziehungen“. Ich setze dieses Wort bewusst in Anführungszeichen, denn eine Liebesbeziehung, in der es um Macht geht, ist keine Liebesbeziehung. Es ist eine Machtbeziehung. Und das hat mit Liebe wenig zu tun.

Wie kommt es, dass es so viele Unstimmigkeiten in Beziehungen gibt? Wie kann es sein, dass die Harmonie in vielen Beziehungen schon durch Kleinigkeiten gestört wird?

Auch eine Liebesbeziehung trägt ein Etikett. Es fällt vielen Menschen schwer, etwas zu tun, ohne zu wissen, wohin es führt. Und so entsteht das Etikett „Liebesbeziehung“ oder „Partnerschaft“. Wir alle haben ein bestimmtes Bild von Partnerschaft: Treue, Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit – Liebe, bis dass der Tod uns scheidet. Die hohen Scheidungszahlen müssten uns längst gezeigt haben, dass wir oft einem Mythos aufgesessen sind.

Selten funktioniert eine Partnerschaft so, wie wir es glauben oder uns wünschen. Und je mehr Enttäuschungen du erlebst, desto eher hältst du am Idealbild fest – oder ergänzt es um neue Regeln, in der Hoffnung, es möge nun endlich halten.

Das heißt nicht, dass eine lebenslange, monogame Partnerschaft nicht möglich ist. Ich möchte dich nur ermutigen, ehrlich zu prüfen, ob diese Form der Partnerschaft wirklich zu dir passt – beruflich wie privat. Und ob sie dir noch entspricht, wenn du ein Unbehagen spürst.

Wir verbrauchen enorme Mengen an Energie, um etwas Unwirkliches aufrechtzuerhalten – statt sie in das zu lenken, was wirklich ist. Kein Mensch käme auf die Idee, dreimal hintereinander in dasselbe Loch zu treten – oder doch?

Warum also bauen wir immer wieder dieselben Fallen, in die wir dann auch noch mit offenen Augen selbst hineintappen?

Die Erklärung liegt nahe: Wir sind nur selten wirklich im Besitz unserer geistigen Kräfte. Nur selten so bewusst – und so ehrlich – um das zu erkennen.

Die Bahnen in deinem Gehirn lenken deine Energie immer wieder in dieselben Richtungen, ohne dass du es bemerkst. Anstatt neue Wege zu suchen, bleibst du in alten Spuren. Das ist, als würdest du immer wieder die Nordautobahn nehmen – obwohl du in den Süden willst.

Das kann einmal passieren. Vielleicht auch ein zweites Mal. Doch spätestens beim dritten Mal bereitest du dich besser vor – selbst wenn es anstrengend ist. Es lohnt sich.

Das gilt nicht nur für deine partnerschaftlichen Beziehungen, sondern für alle anderen genauso. Du hast zu allem im Leben eine Beziehung – eine Einschätzung, eine Etikettierung. Und diese Etiketten sind gespeicherte Energien. Sie sagen dir, wie du dich wann, bei wem und wo zu verhalten hast. Sie lenken deine Energie – ins Positive oder ins Negative.

Wenn dich als Kind jemand geschlagen hat, und du hast das als negativ abgespeichert, wird es dir schwerfallen, diesen Menschen jemals zu mögen. Manche können das nie verzeihen – und lassen dieses Etikett ein Leben lang auf dem Menschen kleben.

Ich selbst habe mich als Kind einmal nach einem Stück Käsesahnetorte übergeben. Und obwohl ich sie sehr mochte, habe ich sie jahrelang nicht mehr gegessen. Heute schmeckt sie mir wieder.

Das war harmlos. Doch bei anderen Erlebnissen tragen wir unsere Etiketten ein Leben lang mit uns herum – anstatt zu vergeben, loszulassen und in Frieden zu kommen. Es muss keine Liebe daraus werden. Eine neutrale Haltung reicht oft schon aus, um innerlich frei zu sein.

In der hawaiianischen Huna-Lehre spricht man von sogenannten Aka-Fäden. Diese Fäden verbinden dich mit allem um dich herum: Menschen, Pflanzen, Steinen, Dingen, die du besitzt oder nutzt. Die Stärke dieser Fäden hängt von der Intensität der Beziehung ab – und durch sie fließt Energie. Positive wie negative.

Du hast jederzeit die Wahl, diese Fäden zu nähren, zu stärken – oder dich von ihnen zu lösen. Es ist deine Entscheidung, ob du dich an Menschen oder Dinge bindest. Auch wenn es sich positiv anfühlt – denk daran: Das Gesetz der Polarität lehrt uns, dass nichts nur positiv oder nur negativ ist.

Zeit

Die Zeit ist eines der wesentlichsten Konzepte in deinem Leben und gleichzeitig auch das, was dich am meisten einschränkt. Die Zeit, in der du lebst, hat einen Anfang und ein Ende. Sie bezeichnet die Strecke zwischen verschiedenen Ereignissen. Du stehst täglich an derselben Bushaltestelle. Räumlich hat sich nichts geändert. Nur die Zeit dazwischen zeigt dir, dass es zwei unterschiedliche Ereignisse sein müssen, auch wenn du am selben Ort das Gleiche tust.

Die Zeit trennt dich. Sie trennt dich in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Zumindest gaukelt dir dein Ego das vor. Von der ersten Sekunde an lernst du, in der Zeit zu denken. So kommt es, dass du die Dinge, die du mit deinen Sinnen erfährst, an dem misst, was du bereits erlebt hast. Nichts von dem, was du siehst, nimmst du wirklich so wahr, wie es JETZT ist. Du interpretierst es durch deine vergangenen Erfahrungen, unfähig, etwas wirklich im Jetzt zu sehen. Dein Ego greift unverzüglich auf Altes zurück und lenkt deine Interpretation.

Mit der Zukunft ist es ähnlich: Deine Ängste und Sorgen oder deine Hoffnungen und Wünsche spielen dort, oder eben auch nicht. Daran ändern auch Wunschbücher nichts. So lebst du in einem permanenten Mangel – Mangel am Hier und Jetzt, Mangel an der Gegenwart, Mangel an dem, was tatsächlich stattfindet.

Die Zeit macht noch etwas mit dir: Sie scheint dein Sein, dein Wirken, deine Persönlichkeit und somit dein ganzes Leben zu begrenzen. Diese Begrenzung beginnt mit deinem ersten Atemzug und endet mit dem letzten. Danach ist… Nichts.

Deshalb hast du vielleicht oft das Gefühl, in der Zeit zwischen diesen beiden Punkten das Beste geben und der Größte sein zu müssen. Das Ergebnis sind Skrupellosigkeit, Egomanie, Konkurrenzverhalten, Kämpfe, Ausbeutung und nicht zuletzt Vernichtung – im Großen wie im Kleinen.

Doch Vorsicht. Dieses Bild zeigt nur eine Seite des Lebens. Die andere Seite ist, dass immer mehr Menschen einen anderen Weg suchen, um in dieser Welt zu leben.

Tod

Zum Schluss möchte ich mit dir gemeinsam den tiefen Grund deiner Angst anschauen: den Tod.

Der Tod entsteht aus dem Konzept der Zeit, die immer einen Anfang und ein Ende haben muss. Gemäß dem Gesetz der Analogie solltest du nun einen anderen Schluss ziehen:

Genauso wie die Welt im Winter erstarrt und zu sterben scheint, so erstarrst auch du, legst deine körperliche Hülle ab, um wieder aufzuerstehen. Der Tod ist die andere Seite der Tür, die zur Geburt führt, und genauso ist die Geburt der Weg zum Tod.

Aus dem Glauben, Zeit existiere wirklich, haben wir den endgültigen Tod erschaffen.

Der körperliche Tod ist also das Sicherste in deinem Leben. Ohne ihn könntest du überhaupt nicht leben. Das vergessen viele von uns nur immer wieder. Kein Leben ohne Tod – und kein Tod ohne Leben.

Du hast zwei Möglichkeiten, mit diesem scheinbar Unfassbaren umzugehen: Es zu verdrängen oder es zu begreifen. Die erste Möglichkeit hält dich in (oft unbewusster) Angst gefangen.

Die zweite Möglichkeit bringt dich deinem eigenen Selbst näher – vielleicht zunächst bedrohlich und angstvoll. Sie fordert von dir eine völlig neue Sicht der Dinge und die Integration der Gesetze, von denen du vielleicht glaubst, sie gelten nicht für dich.

Sie erfordert den Mut, anders zu denken, und die Kraft, dich in einer Welt durchzusetzen, in der meist nur die Materie zählt.

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