Spiritualität

Was hat Neurosensitivität mit Spiritualität zu tun? Für mich ist Spiritualität und ihre Erklärung für Phänomene, die wissenschaftlich nicht erforscht werden können, ein wichtiger Teil. Wenn ich den Blick in den Sternenhimmel werfe, hat sich für mich immer die Frage nach dem gestellt, das hinter diesem großen Wunder steht, in dem wir leben. Als Menschen sind wir natürlich zunächst einmal egozentrisch. Denn alles, was wir erleben, findet aus uns heraus statt. Wir können die Welt nur so sehen, wie wir gelernt haben, sie wahrzunehmen und somit auch zu erleben.

Auf der Suche nach dem Zentrum

Danach erleben wir die Welt heliozentrisch, auch wenn wir heute wissen, dass wir nicht der Mittelpunkt der Welt sind und sogar die Sonne nicht um uns kreist. Trotzdem ergibt es Sinn, seine Umgebung nach dem zu beurteilen, was um einen herumkreist – auch wenn es das nicht zwingend tut.

Spiritualität kann uns dabei helfen, uns und unseren Planeten als das wahrzunehmen, was er ist und wir sind: nicht der Mittelpunkt dieser Welt. Das, was wir heute als Egoismus, Narzissmus oder Egozentrik bezeichnen, ist meiner Meinung nach die Konsequenz aus der Ablehnung des Glaubens. Früher glaubten die Menschen an Naturgeister, später an einen einzigen Gott. Zumindest Letzteres führte zu vielen Missinterpretationen, die vor allem dem Machterhalt der Glaubensträger dienten. Berechtigterweise wurden diese Mechanismen von der Aufklärung abgelöst und durch neutrale und objektive Erkenntnisse und Beschreibungen abgelöst. Die Menschen konnten nicht mehr so leicht hinters Licht geführt und unterdrückt werden.

Wir suchen nach Antworten auf Erlebtes

Dafür leben wir heute in einer Welt, die auf das Unsichtbare und Unerklärliche keine Antwort mehr haben und auch keine mehr haben dürfen, ohne als Spinner hingestellt zu werden. Wissenschaft nimmt nahezu religiöse Strukturen an – wer an der ein oder anderen Erkenntnis zweifelt, wird an den öffentlichen Pranger gestellt – und mischt sich immer mehr auch in das gesellschaftliche und politische Leben ein. Dabei ist Wissenschaft meistens gar nicht geeignet, ad hoc Entscheidungen zu liefern, da sie aufwändige Forschungen betreiben muss, um zu Ergebnissen zu kommen, die so lange gültig sind, bis es jemand besser weis.

Spiritualität ist kein Gegensatz zur Wissenschaft. Vielmehr entstand aus den Mythen der frühen Menschheitsjahre überhaupt erst die Wissenschaft. Aus der Astrologie, mit ihrer präzisen Beschreibung der Sterne, entstand die Astronomie. Aus der Alchimie, die auf der Suche nach dem roten Löwen und damit dem ewigen Leben viel experimentierte, entstand die Chemie. Und auch die Physik denkt heute an Zeitreisen und Multiversen.

Wer mehr wahrnimmt, hat mehr Fragen

Man muss sich also nicht schämen, wenn man außerhalb wissenschaftlicher Denkrichtungen an eine höhere Existenz glaubt, die Verbindung zu allem auf dieser Welt existierenden spürt oder die ein oder andere Idee als aus dem Ideenreich des Universums identifiziert. Vielmehr füllen diese Gedanken und Zuordnungen die leeren Räume, die sich für einen neurotypischen Menschen vielleicht gar nicht auftun.

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