Neurodiversität
Neurodiversität beschreibt die Vielfalt neurologischer Funktionsweisen, die als natürliche menschliche Unterschiede betrachtet werden. Als Konzept hilft dieser Begriff, neurodivergente Menschen nicht als „psychisch krank“ zu bezeichnen, sondern als Menschen mit unterschiedlichen neurologischen Funktionen zu verstehen.
Das bedeutet aber auch gleichzeitig, dass alle Menschen (neuro) divers sind. Als solche werden aber in der Regel diejenigen bezeichnet, die etwas weiter von den üblichen Denk- und damit Verhaltensweisen abweichen.
Autistische Menschen kannte man bis dato eher als völlig in sich zurückgezogene Menschen, die feste Rituale benötigen, da sie ansonsten in dieser Welt nicht bestehen können. Genauso kennt man sie als Savants, die unglaubliche Denkfähigkeiten besitzen, aber sozial schwer bis gar nicht in dieser Welt interagieren können, weil sie mit einer erheblichen Reizaufnahme umgehen müssen. Heute wird der Autismus weiter gefasst und beschreibt Menschen, die teils immer noch große Schwierigkeiten mit Reizüberflutung haben, allerdings unter geeigneten Umständen qua ihrer Auffassungsgabe einen großen Gewinn in Unternehmen und in der Gesellschaft darstellen. Sie können Zusammenhänge besser und schneller erfassen, finden Strukturen, wo andere nur Gewirr sehen und dergleichen mehr.
Das Thematisieren von sehr abweichendem Verhalten aufgrund ausgeprägteren Hirnfunktionen, als es der neurotypische Mensch hat, ermöglicht es, den Wert von Neurodiversen Menschen zu nutzen. Genauso haben neurodiverse Menschen die Möglichkeit, ihren Wert einzusetzen, weil man ihnen die dafür notwendigen Voraussetzungen (beispielsweise am Arbeitsplatz) schafft.

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